BIER

KUNST

Basler Grafiker
machen Werbung für das Bier

In der Schweiz hat das Künstlerplakat seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur Tradition, es setzte auch jahzehntelang Massstäbe. Für die Gestalterschulen war es daher stets eine Herausforderung, Grafiker auszubilden, die dem Plakatschaffen neue Impulse geben konnten. Sie taten dies mit Erfolg: Das Schweizer Plakat genoss lange Zeit Weltruhm.

Die Aufgabe des Plakats ist unter anderem, Konsumgüter anzupreisen. Im Jahre 1913 eröffnete der Lebensmittelverein Zürich LVZ an der Bahnhofstrasse seinen Neubau. Von den sieben Plakaten, die man in Auftrag gegeben hatte und die auf die einzelnen Abteilungen des Warenhauses hinwiesen, unterschieden sich fünf dadurch, dass sie nicht, wie es bisherige Plakate getan hatten, auf haltbare Genussmittel hinwiesen, sondern auf frische (Ge­mü­se, Obst, Wild, Geflügel, Fluss- und Meeresfische).

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist die ‹Allgemeine Plakatgesellschaft› APG in der Schweiz für den geordneten Plakataushang besorgt. Seit 1941 ermittelt das Eidgenössische Departement des Innern in einem Wettbewerb die ‹Schweizer Plakate des Jahres› und prämiert sie.

Zu den Basler Grafikern, die in den 40er- und 50er-Jahren einprägsame, auf hervorragende Fernwirkung angelegte Plakate – viele davon für Konsum­güter – kreiert haben, gehören un­be­strit­ten Niklaus Stoecklin (1896–1983), Fritz Bühler (1900–1963), Donald Brun (*1909), Peter Birkhäuser (1911 –1976) und Herbert Leupin (1919–1999). Sie alle haben, wie sich im qualitätvoll gedruckten Schaubuch ‹50 Jahre Schweizer Plakate› (1991) nachprüfen lässt, prämierte Plakate geschaffen.

Noch ist bestimmt bei den Älteren unter uns der rote Bleistiftstummel auf dem Globus-Plakat ‹Wer rechnet kauft im Globus› (1942) in Erinnerung oder Donald Bruns Pro-Infirmis Plakat, mit dem von einer Kette am Fliegen behinderten Vogelflügel (1944) oder Niklaus Stoecklins Binaca-Werbung (1941) und aus dem gleichen Jahr 1941 Herbert Leupins Plakat für das Mineralwasser ‹Eptinger› und Fritz Bühlers Plakat für das Waschmittel ‹Persil› .

Was die Plakate angeht, die für das Genussmittel Bier werben, so existierte, lange bevor die Basler Grafiker sich im Auftrag des Themas anzunehmen hatten, ein Bier-Plakat für die Firma Hürlimann. Der Bündner Maler Augusto Giacometti (1877–1947) hatte es bereits 1923 geschaffen.

Unser Bilderbogen bestätigt, dass fast alle der bereits erwähnten Basler Grafiker sich mit dem ‹Durstlöscher› künstlerisch zu beschäftigen hatten. In der Basler Plakatsammlung, die 1966 ihr 100jähriges Bestehen feiern konnte, werden zum Thema Bier Plakate aufbewahrt, die von Schweizer Grafikern gestaltet wurden. Ein Kuriosum unter diesen werberischen Zeugnissen stellt jenes dar, das Peter Birkhäuser 1957 erdacht hat: Er hat es in zwei Versionen ausgeführt, in der abgebildeten, die für helles Bier wirbt, und in einer zweiten, die für dunkles Bier Reklame macht.

Peter Birkhäuser – er ist 1911 in Basel geboren und 1976 in Binningen BL verstorben – war übrigens der einzige Schüler, mit dem Niklaus Stoecklin in Ateliergemeinschaft gearbeitet hatte. Er war «von Kindheit an vom Zauber der Gegenstände gefesselt, er suchte die Schönheit der Dinge zu erfassen. Die bis ins Quälerische gesteigerte, rational durchkonstruierte Exaktheit isolierter, lebloser Gegenstände [...] macht ihn zu einem authentischen Zeugen der brüchigen Krisen- und Kriegszeit zwischen den dreissiger und fünfziger Jahren.» (Dorothea Christ, in: Neue Sachlichkeit in Basel – Unwirkliche Wirklichkeit; Ausstellungskatalog Kunsthalle Basel 1980).   Beat Trachsler

Bierplakate von Basler Grafikern.Plakatsammlung der Schule Für Gestaltung, Basel

KUNSTGESCHICHTE

Basler Grafiker
machen Werbung für das Bier

In der Schweiz hat das Künstlerplakat seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur Tradition, es setzte auch jahzehntelang Massstäbe. Für die Gestalterschulen war es daher stets eine Herausforderung, Grafiker auszubilden, die dem Plakatschaffen neue Impulse geben konnten. Sie taten dies mit Erfolg: Das Schweizer Plakat genoss lange Zeit Weltruhm.

Bierplakate von Basler Grafikern.Plakatsammlung der Schule Für Gestaltung, Basel

Die Aufgabe des Plakats ist unter anderem, Konsumgüter anzupreisen. Im Jahre 1913 eröffnete der Lebensmittelverein Zürich LVZ an der Bahnhofstrasse seinen Neubau. Von den sieben Plakaten, die man in Auftrag gegeben hatte und die auf die einzelnen Abteilungen des Warenhauses hinwiesen, unterschieden sich fünf dadurch, dass sie nicht, wie es bisherige Plakate getan hatten, auf haltbare Genussmittel hinwiesen, sondern auf frische (Ge­mü­se, Obst, Wild, Geflügel, Fluss- und Meeresfische).

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist die ‹Allgemeine Plakatgesellschaft› APG in der Schweiz für den geordneten Plakataushang besorgt. Seit 1941 ermittelt das Eidgenössische Departement des Innern in einem Wettbewerb die ‹Schweizer Plakate des Jahres› und prämiert sie.

Zu den Basler Grafikern, die in den 40er- und 50er-Jahren einprägsame, auf hervorragende Fernwirkung angelegte Plakate – viele davon für Konsum­güter – kreiert haben, gehören un­be­strit­ten Niklaus Stoecklin (1896–1983), Fritz Bühler (1900–1963), Donald Brun (*1909), Peter Birkhäuser (1911 –1976) und Herbert Leupin (1919–1999). Sie alle haben, wie sich im qualitätvoll gedruckten Schaubuch ‹50 Jahre Schweizer Plakate› (1991) nachprüfen lässt, prämierte Plakate geschaffen.

Noch ist bestimmt bei den Älteren unter uns der rote Bleistiftstummel auf dem Globus-Plakat ‹Wer rechnet kauft im Globus› (1942) in Erinnerung oder Donald Bruns Pro-Infirmis Plakat, mit dem von einer Kette am Fliegen behinderten Vogelflügel (1944) oder Niklaus Stoecklins Binaca-Werbung (1941) und aus dem gleichen Jahr 1941 Herbert Leupins Plakat für das Mineralwasser ‹Eptinger› und Fritz Bühlers Plakat für das Waschmittel ‹Persil› .

Was die Plakate angeht, die für das Genussmittel Bier werben, so existierte, lange bevor die Basler Grafiker sich im Auftrag des Themas anzunehmen hatten, ein Bier-Plakat für die Firma Hürlimann. Der Bündner Maler Augusto Giacometti (1877–1947) hatte es bereits 1923 geschaffen.

Unser Bilderbogen bestätigt, dass fast alle der bereits erwähnten Basler Grafiker sich mit dem ‹Durstlöscher› künstlerisch zu beschäftigen hatten. In der Basler Plakatsammlung, die 1966 ihr 100jähriges Bestehen feiern konnte, werden zum Thema Bier Plakate aufbewahrt, die von Schweizer Grafikern gestaltet wurden. Ein Kuriosum unter diesen werberischen Zeugnissen stellt jenes dar, das Peter Birkhäuser 1957 erdacht hat: Er hat es in zwei Versionen ausgeführt, in der abgebildeten, die für helles Bier wirbt, und in einer zweiten, die für dunkles Bier Reklame macht.

Peter Birkhäuser – er ist 1911 in Basel geboren und 1976 in Binningen BL verstorben – war übrigens der einzige Schüler, mit dem Niklaus Stoecklin in Ateliergemeinschaft gearbeitet hatte. Er war «von Kindheit an vom Zauber der Gegenstände gefesselt, er suchte die Schönheit der Dinge zu erfassen. Die bis ins Quälerische gesteigerte, rational durchkonstruierte Exaktheit isolierter, lebloser Gegenstände [...] macht ihn zu einem authentischen Zeugen der brüchigen Krisen- und Kriegszeit zwischen den dreissiger und fünfziger Jahren.» (Dorothea Christ, in: Neue Sachlichkeit in Basel – Unwirkliche Wirklichkeit; Ausstellungskatalog Kunsthalle Basel 1980).   Beat Trachsler